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Salzkonsum bei CF

Da muss noch Salz ran!
Gedanken über Salzkonsum bei Mukoviszidose

Foto von Salz Wieviel Kochsalz sollten wir essen, wenn wir schwitzen? Die Frage beschäftigt alle Mukoviszidose (cystische Fibrose, CF)- Patienten, die viel Sport treiben oder in heiße Länder reisen. Wieviel Natriumchlorid (NaCl), wie das Speisesalz chemisch bezeichnet wird, braucht der Körper? Wir sind der Sache nachgegangen.

Der Körper eines gesunden Erwachsenen enthält etwa 150 bis 300 g Speisesalz und benötigt täglich ein bis drei Gramm zum Ausgleich des Verlusts durch Schweiß und Ausscheidungen. Da es früher für den Menschen schwierig war, an ausreichende Mengen Kochsalz zu kommen, wird eine Salzaufnahme mit einer Dopamin-Ausschüttung belohnt: Salz in richtiger Menge schmeckt gut.

Wieviel Salz soll ein Mukoviszidose-Patient zusätzlich essen?

Genaue Angaben sind schwer zu finden, denn der Bedarf hängt davon ab, wieviel man schwitzt. Der Leitfaden des Arbeitskreises Sport emp ehlt, bei sportlicher Betätigung „eine Prise Salz“ in das Getränkeglas zu geben. Im Expertenrat empiehlt Prof. Rainald Fischer „je nach Belastung 2-3 g zusätzlich“ - das wäre schon ein gestrichener Teelöffel. Pro Stunde kann aber bereits ein gesunder Sportler leicht einen Liter Schweiß mit ca. 3 g Salz absondern. Weil bei CF-Patienten der Salzgehalt im Schweiß um mindestens den Faktor 2-3 ggü. Gesunden erhöht ist (1), können das also auch 10 g pro Stunde oder mehr sein, das wäre ein gestrichener Esslöffel! Bei längeren Joggingläufen oder bei heißen Tempe- raturen kann der tägliche Kochsalzverlust also auch 20 g übersteigen. Die Empfehlung für Erwachsene mit Mukoviszidose schwankt deshalb auch zwischen täglich zwei Gramm Salz bei Hitze und bis zu 20 g je nach Anstrengung und Ausmaß des Schwitzens (1). Anhaltspunkte sind z. B. weiße Ränder auf der Kleidung oder weiße Salzkruste auf der Haut. Spätestens wenn man Kopfschmerzen hat oder Krämpfe bekommt, sollte man an Salzmangel denken.

Ist es nicht gefährlich, so viel Salz zusätzlich zu essen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung emp ehlt Gesunden, maximal 6 g Salz am Tag zu essen. Das ist ein gehäufter Teelöffel – so viel nehmen wir meist schon mit Fertignahrungsmitteln auf. Aber die häufig genannte Gefahr von Herz-Kreislauf- Leiden wie Bluthochdruck steigt erst ab einem dauerhaften Konsum von 15 g. Eine langfristige Überdosierung ist ausgeschlossen: Der Körper scheidet überschüssiges Salz einfach über den Urin aus.

Warum bekomme ich eigentlich keinen Durst wie andere Läufer?

Das ist ein wichtiges Detail: Wenn ein Gesunder schwitzt, verliert er viel Wasser und wenig Salz, d. h. die Salzkonzentration im Blut steigt an und er bekommt davon Durst. Weil beim CF-Patienten das Salz mit ausgeschieden wird, steigt der Salzgehalt im Blut nicht an, er bekommt keinen Durst und trinkt viel weniger als aufgrund des Was- serverlustes notwendig wäre (sog. „freiwillige Dehydrierung“, siehe 2). Viel Trinken ist daher zunächst sogar wichtiger als Salz zu essen. Man sollte so viel trinken (z. B. ein Liter pro Stunde sportlicher Aktivität, siehe 3), dass man bald wieder Wasser lassen muss (der Urin sollte nicht konzentriert sein). Trinken kann natürlich mit der Gabe von Kochsalz kombiniert werden.

Wie kann ich denn 10 g Salz essen, ohne dass mir schlecht wird?

Möglich ist die Aufnahme mit der Nahrung, z. B. enthalten 100 g Salzletten be- reits 4 g Salz. Mit normalen Salztabletten, die 1/4 g Salz enthalten, kommt man nicht weit und es wird sehr teuer. Zum Glück gibt es auch größere Salztabletten in einer Dosis von 1 g/Tablette (z. B. Fagron, PZN: 6834278). Bei isotonischen Elektrolytge- tränken sollte man auf die Inhaltstoffe schauen, denn „isotonisch“ sagt noch nichts über den NaCl-Gehalt des Getränks aus – sie sollten 3 g/Liter enthalten, während die meisten isotonischen Getränke nur 1 g/Liter enthalten. Hardliner schütten auch einfach einen gehäuften Teelöffel Salz (ca. 5 g) in ein Glas Apfelschorle, aber das muss man mögen. Eltern hatten die Idee, ihren Kindern 4 ml-NaCl-Ampullen (z. B. 6% – eigentlich zum Inhalieren gedacht) zum Trinken mit in die Schule zu geben – davon müsste das Kind allerdings 12 Stück für zusammen ca. 2,50 Euro öffnen, um 3 g Salz zu erhalten – das ist also im Vergleich zu Salzletten teuer und aufwändig. Zum Schluss noch einwichtiger Hinweis: In Schüßler-Salzen ist hauptsächlich Milchzucker, aber kein Kochsalz enthalten, damit kann der Salzmangel also nicht aus- geglichen werden.

Stephan Kruip, Mukoviszidose- Betroffener und Marathonläufer

(zuerst erschienen in muko.info 4/2016)

1 T.O. Hirche et.al.: Travelling with cystic brosis: Recommendations for patients and care team members – Journal of Cystic Fibrosis 9 (2010) 385–399

2 Webb AK, Dodd ME. Exercise and sport in cystic brosis: bene ts and risks. Br J SportsMed1999;33(2):77–8.

3 Kriemler S, Wilk B, Schurer W, Wilson WM, Bar-Or O. Preventing dehydration in children with cystic brosis who exer- cise in the heat. Med Sci Sports Exerc 1999;31(6):774–9.

4 Broschüre der kanadischen CF- Gesellschaft zum Thema Dehydration und Salz (auf englisch)

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